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Die typischen Krankeitsbildern werden im Folgenden beschrieben:

  1. Altersichtigkeit 
  2. Grüner Star 
  3. Kurzsichtigkeit 
  4. Katarakt 
  5. Netzhauterkrankungen 
  6. Stabsichtigkeit 
  7. Weitsichtigkeit

Einleitung

Das Auge ist das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Über 90 Prozent aller Sinneswahrnehmungen geschehen über unsere Augen. Dabei ist das Auge eines der kleinsten Organe. Es ist von annähernd kugeliger Gestalt, im Mittel 23,5 mm lang und nur wenige Gramm schwer.

Das Auge wird durch elastische Bänder und Fettpolster in seiner Lage gehalten und durch sechs verschiedene Muskeln, die - relativ zu ihrer Größe - zugleich die schnellsten und stärksten des ganzen Körpers sind, in der Augenhöhle bewegt.

Hornhaut und Linse bilden zusammen den optischen Apparat des Auges, vergleichbar dem Objektiv eines Photoapparates. An der Gesamtbrechkraft, die beim "Normalauge" 57-60 dpt (dpt = Dioptrien) beträgt, hat die Hornhaut mit 43-45 dpt den größten Anteil. Die Hornhaut ist ca. 0,5 mm dick und hat einen Durchmesser von 11-12 mm. Sie ist normalerweise fast glasklar, sehr zäh und elastisch.

Die Linse, die hinter der Pupille durch feine Fasern mit einem ringförmigen Muskel verbunden ist, steuert den Rest der Brechkraft bei. Durch Aktivierung dieses Muskels (Ziliarmuskel) kann die Brechkraft der Linse erhöht und das Auge damit für nahe Objekte scharf gestellt werden (Akkomodation). Diese Brechkrafterhöhung ist der Scharfeinstellung eines Photoapparates ähnlich. Die Akkomodationsfähigkeit lässt mit zunehmendem Alter nach, so dass die meisten normalsichtigen Menschen etwa ab dem 45. Lebensjahr eine Brille für die Nahsicht brauchen.

Die Netzhaut wirkt wie der Film im Photoapparat. Lichtempfindliche Zellen, getrennt für Rot, Grün und Blau sowie hochempfindliche Schwarz-Weiß-Zellen, nehmen das Licht auf, bereiten das Bild grob auf und leiten es über den Sehnerv an das Gehirn weiter. Die Hell-Dunkeleinstellung und Kontrastbearbeitung erfolgt größtenteils bereits in der Netzhaut.

Die Leistung des Gehirns bei der Weiterverarbeitung der Bilder ist sehr hoch. Selektive Wahrnehmung, räumliches Sehen, Bewegungssehen, Folgebewegungen, Formerkennung und vieles mehr sind reine "Gehirnleistungen". Diese Leistungen sind nicht komplett angeboren sondern müssen in den ersten fünf Lebensjahren trainiert werden. War dieses Training „unvollständig", entsteht eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie), die nichts mit dem Auge selbst zu tun hat. Dies ist oftmals beim Schielen und bei höhergradiger Stabsichtigkeit der Fall.